Episode 05 - Gibson vs. King

Shownotes

Die Tenniswelt kennt viele Rivalitäten - doch wenige waren so aufgeladen wie die Feindschaft zwischen Althea Gibson und Billie Jean King. In der neuen Folge von „The Grudge“ reisen Hubertus und Niko zurück in eine Zeit, in der Althea nicht nur den Platz betrat, um Matches zu gewinnen, sondern um Widerstände zu brechen.

Sie sprechen über Altheas unglaublichen Aufstieg bis an die Weltspitze des Sports - und über die Hürden, die sie überwinden musste, um dort überhaupt gesehen zu werden. Doch damit endet ihre Geschichte nicht. Denn nach der Karriere legte Althea den Schläger zur Seite und kämpfte mit derselben Entschlossenheit für Gleichberechtigung, Bürgerrechte und gesellschaftlichen Wandel.

Und ganz nebenbei erfahren wir, warum diese Ausnahmesportlerin auch als Jazzsängerin die Bühnen erobern konnte. Eine Geschichte über Rivalität, Resilienz und eine Frau, die mehr als einmal Geschichte schrieb.

Transkript anzeigen

00:00:23: Es ist ein ungewöhnlich kühler Morgen am sechsenzwanzigsten August, zwei Tausend neunzehn.

00:00:30: Heute beginnen die Tennis Use Open auf dem Gelände des Billie Jean King National Tennis Centers.

00:00:36: Die ersten Fans laufen bereits über die Anlage, versuchen sich zu orientieren, ihren Platz zu finden.

00:00:43: Aber scheinbar sind die aktuellen Paarungen für diesen Morgen nicht der einzige Grund auf der Anlage zu sein.

00:00:49: Noch bevor der Spielbetrieb bei einem der größten und traditionsreichsten Tennis-Highlights des Jahres so richtig losgeht, hat sich nämlich eine ziemlich große Menschenmenge direkt hier im Schatten des AVS-Stadions versammelt.

00:01:02: Irgendetwas Besonderes scheint zu passieren.

00:01:04: Eine kleine Bühne mit einem Mikrofon, ein Tuch, unter dem sie ein größeres Objekt befindet und einige wichtig aussehende Offizielle.

00:01:13: Aber um was geht's da?

00:01:15: Die, die vorne in den ersten Reihen stehen, Und es scheinbar wissen informieren die anderen nach hinten.

00:01:20: Irgendeine offizielle Enthüllung, irgendeine Statue zu Ehren von irgendeiner Alphia-Gipsen.

00:01:26: Alphia wer?

00:01:29: Dann beginnen die Reden.

00:01:32: Und die meisten Anwesenden realisieren erst durch sie, welche Bedeutung diese Alphia-Gipsen scheinbar hatte.

00:01:40: Sie machte Tennis besser, öffnete Türen und Herzen.

00:01:44: und tat all das mit Würde und Eleganz.

00:01:47: Die heutige Anerkennung hat sie mehr als verdient", sagt gerade Patrick Galbraith, der Präsident des amerikanischen Tennisverbands.

00:01:56: Danach redet seine Vorgängerin Katrina Adams.

00:02:00: «Heute ehren wir den Weg, den Alfia für mich und alle anderen Farbigen inklusive Arthur Ash erkämpft hat.

00:02:08: Indem wir dieses Denkmal vor dem Stadion, das seinen Namen trägt, enthüllen.

00:02:13: Ein Denkmal zu Ehren des Muts und der Leidenschaft der großen Alphia Gibson und zur Inspiration an zukünftige Generationen.

00:02:23: Große Worte.

00:02:25: Doch dann geht ein Raunen durchs Publikum.

00:02:28: Eine der bedeutendsten Figuren in der Geschichte des modernen Profiten ist der Damen und eine der wichtigsten Wegbereiterinnen für die Gleichberechtigung im Sport betritt die Bühne und geht ans Mikrofon.

00:02:38: Die selbzigjährige Billie Jean King.

00:02:42: und auch sie gedenkt Gibson.

00:02:44: auf sehr persönliche Art.

00:02:57: und beobachtet, wie unter dem Applaus der Menge, die von Eric Golder geschaffene Statue von Alphia Gibson enthüllt wird, gehen ihre Gedanken mehr als ein halbes Jahrhundert zurück.

00:03:25: Los Angeles Tennis Club.

00:03:30: Sie war mit ihren Eltern da, saß oben auf der Tribüne und sah von oben Alphia Gibson auf den Platz spielen.

00:03:40: Komplett fasziniert.

00:03:42: So wollte sie mal werden.

00:03:44: So gut wollte sie mal spielen.

00:03:47: Doch es blieb nicht bei der Verehrung eines sportlichen Vorbilds, oder wie Billie Jean das später nannte, my first shero.

00:03:55: In den Jahren danach gab es so viele Aralelen in ihrer beider Leben, die weit über den Sport hinausgehen.

00:04:04: Regeln, die sie beide gebrochen, Barrieren, die sie beide überwunden hatten, jeder auf ihre Art.

00:04:11: Ideen und Vorstellungen, für die sie auch jeder auf ihre Art gekämpft hatten und sie zur Realität hatten werden lassen.

00:04:20: Während die Menge noch klatscht, ist den Billy Jeans Herzen stille Dankbarkeit.

00:04:24: Du hast mir so viel bedeutet, Alphia.

00:04:27: Ich habe mich dir immer nahe gefühlt, weil dir dankbar für all die Dinge, die du für Farbige und alle anderen erkämpft hast.

00:04:33: Du hast mir beigebracht, dass wenn man sich etwas vorstellen kann, dass man es auch erreichen kann.

00:04:39: Sie schaut auf das gerade Enthüllte Denkmal für Alfia.

00:04:43: Dort steht ein Zitat von ihr.

00:04:46: Ich hoffe, dass ich zumindest eine Sache erreicht habe.

00:04:51: Dass ich dem Tennis-Sport und meinem Land Ehre gemacht habe.

00:04:56: Das hast du, Alfia, denkt mir die Genen weggehen.

00:05:00: Du kannst stolz auf dich sein als Mensch, als Sportlerin und als Inspiration für andere.

00:05:06: Und dann verlässt sie in Gedankenversunken das Gelände in Richtung Centakord.

00:05:12: Gemeinsam mit den vielen anderen Zeugen der Enthüllung, die gerade eine Antwort bekommen haben auf eine Frage, die sie sich vorher wahrscheinlich nicht gestellt haben.

00:05:21: Wer zum Teufel war er?

00:05:23: via Gibson.

00:05:55: Und das ist die fünfte Episode vom wahrscheinlich Podcast mit dem schönsten Intro in der deutschen Sportpodcast Welt, The Grudge.

00:06:05: Mein Name ist Nico Blackspin.

00:06:07: Und mein Name ist Robertus von Lobenstein.

00:06:09: und heute Erzählte euch die Geschichte einer Feinschaft nicht so sehr zwischen Menschen, sondern die Geschichte der Auseinandersetzung mit festzemitierten Moral- und Wertvorstellungen.

00:06:21: Heute geht es um Tennis, zwei starke Frauen, die kein Nein akzeptierten und in ihrem Sport das Maß aller Dinge wurden.

00:06:30: Es geht um ganz viel Establishment und ein besonderes Prachtexemplar alterweiser Mann, die damit nicht umgehen wollten und es auch nicht konnten.

00:06:39: Eine Geschichte von ganz vielen Firsts und einem legendär unsportlichen Showdown, der weltweit von neunzig Millionen Menschen verfolgt wurde, was dieses Match zum live-meist gesehnsten Tennis-Match der Geschichte machte.

00:06:56: Nico, es ist der Dreiundzwanzig zwölf, dann den wir das aufnehmen.

00:07:00: Wir beide kommen gerade nur halbwegs runter, wieder mal von einem Jahr in Überscheigeschwindigkeit und so langsam setzt so ein bisschen friedliche Weihnachtsstimmung ein.

00:07:10: Und deswegen haben wir uns für heute auch mal einen etwas ungewöhnlichen Grudge vorgenommen, bei dem es um in diesem Fall deutlich mehr geht als nur Spiel, Satz und Sieg, obwohl er in der Welt des Tennis-Städts findet.

00:07:23: Wir wollen heute über Billie Jean King, ihre persönliche Heldin auf Bea Gibson und deren beider Kampf um Anerkennung und Gleichberechtigung nicht nur im Sport, sondern darüber hinaus erzählen.

00:07:34: Und wenn wir uns schon so ein bisschen aus dem Sport ausbewegen, dann finde ich, können wir das auch mal ganz konsequent am Anfang machen, deine Welt ist ja unter anderem die Welt der Musik und vor allen Dingen des Raps.

00:07:46: Wenn wir uns über Augenhöhe bei der Gleichberechtigung der Geschlechter unterhalten, wie ist es eigentlich um die Augenhöhe von weiblichen und männlichen Rappern bestellt.

00:07:57: und ist das in der Welt überhaupt ein Thema?

00:08:01: Du, das ist eine ganz gute Frage, denn eigentlich ist es kulturell kein Thema, weil Hip Hop als Kultur offen für alle ist.

00:08:10: Und dementsprechend auch die Rapmusik, die sich daraus entwickelt hat, genauso offen für alle ist.

00:08:14: Trotzdem muss man ehrlicherweise sagen, dass du die Rap, also die weiblichen Rapstars, der lassen mich überlegen, ersten vierzig Jahre im Rap international, also in den US vielleicht sogar ein bisschen weniger.

00:08:29: Also noch, dass die Zeit später ein bisschen kürzer in Deutschland auf jeden Fall so an einer Hand abzielen kannst.

00:08:34: Es gab ganz wenige, die es geschafft haben, in die Verlangs zu brechen.

00:08:38: Es gab sicherlich auch unausgesprochene Regeln in der Industrie, die es ihnen hier und da schwere gemacht haben.

00:08:44: Gesellschaftliche Zwänge, das Machtverhältnis schlüßen Mann und Frau wird auch viel von dem beeinflusst haben.

00:08:52: Man kann aber auch sagen,

00:08:53: dass es

00:08:54: traurigerweise, wahrscheinlich erst in den letzten zehn ... vielleicht fünfzehn Jahren wirklich losgeht, dass es eine Armee an weiblichen MCs gibt, national wie international, die auf Augenhöhe sich mit den männlichen Superstars messen können.

00:09:09: Und das ist schon eigentlich recht traurig, obwohl meine Kultur ja sehr progressiv ist und eigentlich immer sehr offen war, befürchte ich da immer gesellschaftliche Parallelen, weil es ist so ein bisschen der Spiegel der Gesellschaft.

00:09:23: Aber das ist der Rap-Blick oder der Blick auf die Musik.

00:09:25: Wir sind eine sportliche Perspektive.

00:09:29: Naja, wir haben ja nicht mehr allzu lange hin bis zu den Olympischen Spielen und da werden wir wieder ganz viele neue Wettbewerbe sehen und wir werden in... Ursprünglich mal sehr männlich dominierten Wettbewerben neue Formate sehen.

00:09:41: Denken wir daran, wie natürlich jetzt mittlerweile beim Skispringen Frauen, Männer ihrer Wettbewerber haben zum Teil in gemeinsamen Mannschaften springen.

00:09:49: Dasselbe gilt für ein Biertelon, dasselbe gilt für ein Bobsport und ähnliches.

00:09:52: Also da passiert eine Menge und ist passiert.

00:09:55: Wir hatten dieses Jahr eine spektakuläre Rugby-WM der Frauen, die auch medial unheimlich gezogen hat in den Ländern, in denen Rugby was gilt.

00:10:06: Da haben wir uns beide auch schon darüber unterhalten, wir hatten eine spektakuläre Fußball-EM der Frauen, die entsprechend die Stadien vollgemacht hat und die medial die entsprechende Aufmerksamkeit bekommen hat.

00:10:18: Andererseits gibt es natürlich auch noch eine Menge zu tun.

00:10:21: Auch das Olympianordische Kombination gibt es ziemlich unzufriedene Frauen, die eigentlich damit gerechnet hatten, dass es entsprechende Frauenwettbewerbe gibt.

00:10:30: Die sind gestrichen worden, finden nicht statt.

00:10:32: Und wenn du nochmal an die letzte Olympiale zurückdenkst, die sehr, sehr schwierige Diskussion über das Thema geschlechter Identität beim Boxen, ganz schwieriges Thema, genauso wie das Thema Equal Pay, nach wie vor ein ganz, ganz schwieriges Thema in ganz vielen Sportarten, in denen die Männer eine ganze Menge mehr Geld verdienen als die Frauen.

00:10:51: Und nochmal zurück zu dem Thema Geschlechtsidentität, da denkst du jetzt ja, beim Boxen kann ich es irgendwie nachvollziehen, ist ein schwieriges Thema.

00:10:59: Und dann kommt Ariana Sabalenka, derzeitige Nummer eins der Weltrangliste im Darm Tennis und hat vor kurzem in dem Interview genau zu diesem Thema von Transgender Frauen in Turnieren gesagt.

00:11:12: Das ist eine schwierige Frage und ich habe nichts gegen sie.

00:11:16: Aber ich habe das Gefühl, dass sie einen großen Vorteil gegenüber den anderen hätten.

00:11:19: Ich glaube nicht, dass es fair ist, dass Frauen gegen biologische Männer antreten.

00:11:23: Es ist nicht fair, dass eine Frau ihr ganzes Leben lang hart arbeitet, um an die Spitze zu kommen und dann gegen einen Mann antreten muss, der biologisch viel stärker ist.

00:11:32: Damit bin ich im Sport nicht einverstanden.

00:11:34: Also du siehst, bei allem, was schon erreicht worden ist, gibt es auch noch eine Menge zu tun.

00:11:40: Und es gibt eine Menge Gesprächsstoff für die nächsten Jahre.

00:11:45: der sehr vielfältig ist.

00:11:47: Auf der anderen Seite muss man aber sagen, wenn man sich die aktuellen Probleme anguckt, dann sind sie vergleichsweise doch weit weniger dramatisch als die Probleme, vor denen Athleten vor fünfundsebzig Jahren standen, als sie noch wesentlich grundsätzlichere Rechte zu erkämpfen hatten und mit wesentlich grundsätzlicheren Problemen umgehen mussten.

00:12:09: Und damit sind wir dann in einer Schleife wieder bei Alphia Gibson aus unserer Eingangsgeschichte gelandet.

00:12:15: Mal ganz ehrlich, Nico, als ich dir von ihr erzählt habe, hattest du das schon mal von ihr gehört?

00:12:21: Das ist ganz spannend, also der Name vielleicht, aber ich hatte keinerlei Ahnung, wer das ist.

00:12:28: Und das ist ja ehrlicherweise fast eine Schande, denn als schwarze Frau aus Harlem, die von dort ihren Weg macht, ist sie natürlich auch genauso Teil dieser schwarzen Kultur.

00:12:40: Aus der dann auch irgendwann Hip Hop entstanden ist und sie mit dem was sie gemacht hat ja im Prinzip wahrscheinlich auch sowas wie eine eine Uremutter von der DNA geworden ist aus der dann irgendwann Hip Hop entstanden ist denn die hat zu kämpfen gehabt im Leben.

00:12:53: also wenn du die Geschichte durchliest du kannst nicht anders als irgendwie an ihrer Seite stehen.

00:12:58: die ist eigentlich unter Landarbeiteren und sieben und zwanzig ist auf Carolina groß geworden.

00:13:03: da reden wir ja wahrscheinlich auch noch von post Sklaverei, also nicht mehr offiziell, aber das wird nicht schön gewesen sein.

00:13:13: Da können wir fest davon ausgehen und es gab keine Arbeit.

00:13:15: Also zieht sie mit Familie, dass sie noch kleines Kind zieht nach Halem.

00:13:20: Und das Halem der jungen Jahre ist auch kein Zuckerschlecken.

00:13:24: Das ist ein harter Weg und eine harte Welt, die man da hat mit viel Armut.

00:13:31: Aber sie schienen wohl eine rebellische und wilde Natur zu sein.

00:13:34: Und ich glaube, das ist so das, was du brauchst, um in dieser Zeit durchzukommen und hat ein Schicksalsschlag oder ein positives... Schicksalsgefühl gehabt, dass sie mit Boxelegende Sugar Ray Robinson zusammengekommen ist.

00:13:46: Und das ist natürlich schon etwas, was dir so, also wenn dir das in die Wiege gelegt wird, du hast nix, du hast keine Chance.

00:13:53: Ich kann mir richtig vorstellen, wie das dazu führt, dass du etwas schaffen willst.

00:13:56: Hat Paddel gespielt, ist lustig übrigens, diese vereinfachte Tennis Form, die in den USA schon groß war, die jetzt in Deutschland sein Hype erlebt.

00:14:06: Mit Hightech-Schlägern hat einem dumm und dran, war in den USA damals einfach nur Holzdinger, weil sie billige Variante war.

00:14:11: Hast halt damit gespielt.

00:14:13: Hat da so ein bisschen angefangen auf den Spielplätzen.

00:14:16: Da hat man ihr Talent erkannt und so wurde sie dann eben von Sugar Ray trainiert.

00:14:21: Und dann ging es weiter.

00:14:22: Die schwarze Gemeinschaft merkt, da ist ein Talent.

00:14:25: Es gibt einen afrikanischen Arzt, Dr.

00:14:27: Robert Walter Johnson.

00:14:29: Der hat auch Arthur Ashe irgendwann gefördert, der hat so eine Mentorenrolle für sie aufgenommen.

00:14:33: Alles Namen, die jetzt wahrscheinlich erstmal gar nicht so wichtig sind, aber zeigen, dass sie einen Weg gehen konnte, weil es Menschen um sie rumgab, den Talent gesehen hatte und sie diesen Fokus behalten hat, um diesen Talent zu folgen.

00:14:46: So.

00:14:46: Natürlich geht es dann darum, dass du auch, wenn du Tennis spielst, wo du öffentlichen Talent hast, dann gerissen Regeln entspricht gerade zu der Zeit.

00:14:54: Da wurde ihr beneben beigebracht, ne?

00:14:56: Hubertus, das was du wahrscheinlich mir in der ganzen Marketingwelt noch die nächsten fünf Jahre versuchst beizubringen.

00:15:02: Aber ich werde trotzdem im Jogger durch die Gegend laufen und ist schnell so damit an eine Rolle gekommen, dass sie die American Tennis Association, also die schwarze Tennis Liga, dass sie die dominiert hat.

00:15:12: Aber dann geht

00:15:14: es halt auch los.

00:15:16: Wenn du amerikanische schwarze Tennis Liga, also zu dem Zeitpunkt, haben weiße und schwarze eben überhaupt noch nicht zusammengespielt.

00:15:22: Es gab eine ausgesprochen schwarze Tennis Liga und eine weiße Tennis Liga.

00:15:28: Ja, das stimmt für mich, da muss man sich, also das ist für euch, wie ihr das hört, wenn ihr ein bisschen älteren Alters seid, werdet ihr das geschichtlich mitbekommen haben, wenn ihr jünger seid.

00:15:34: Das muss man sich immer vorstellen.

00:15:36: Die Zahlen, von denen wir hier reden, fünfzig, fünfzig Jahre, das sind Zeiten, wo einfach noch andere Dinge regiert haben.

00:15:42: Da gab es eine klare Rassentrennung.

00:15:43: Du durftest nicht als Schwarze bestimmte Bereiche von Weißen betreten.

00:15:50: In der Zeit, wo sie Tennis gespielt hat, war zum Beispiel bei den Grand Slam-Tronieren, ist sehr stark getrennt.

00:15:56: Die durften nicht teilnehmen.

00:15:59: Und wenn sie dann irgendwann das geschafft haben, wie zum Beispiel in den Neunzeltfünfzig, als es einen Durchbruch gab durch ihre Kollegin Alice Marbel, die damals einen berühmten Brandbrief quasi veröffentlichte, indem sie die Rassensiskriminierung scharf verurteilte, sorgte das dafür, dass im selben Jahr Athea Gibson für die US National Championships ihre Teilnahme erlaubt wurde.

00:16:25: Das muss man sich mal vorstellen.

00:16:26: Wer hat das was, das für Kämpfe waren?

00:16:29: Ja, das ist, also, nineteenhundertfünfzig, ich meine, das sind seventy-fünf Jahre her, das ist eine sozusagen ein Leben.

00:16:37: Da ist die erste Afroamerikanerin bei einem Grand Slam Turnier in Amerika überhaupt nur angetreten.

00:16:46: Ja, und ich mein, aber sie hat damit diese Rassenschranke durchtrennt, ne?

00:16:50: Es gibt so die kleine Randnotiz, dass sie dann In der zweiten Runde auch noch ein Riesengewitter kam und das Spiel unterbrochen werden musste und Amerika natürlich gut darin ist Schlagzeilen zu produzieren.

00:17:01: Und dann hieß es, dass der Gipsen, die die Rassenschranke beim größten Gewitter in der Geschichte des Tennis durchbrach.

00:17:07: Also es würden natürlich auch Bilder gezeichnet.

00:17:09: Aber es sorgte halt dafür, dass sie mit diesem Auftritt Druck... auf diesen kompletten Tennis-Sport auslösen konnte.

00:17:16: Sie musste natürlich aber auch mit Anfeinungen leben.

00:17:19: Und ich glaube, wenn man sich heute Social Media Rans anguckt und Canceled Culture im Internet in der extremsten Form, die wir wahrscheinlich heute sehen und erleben, ist es wahrscheinlich immer noch nicht mit dem zu vergleichen, was du erleben musstest, wenn du als schwarze Tennis-Spielerin in den fünftiger Jahren diskriminiert wurdest, weil du einfach nicht ins Restaurant oder ins Hotel durftest oder nicht auf den Platz.

00:17:47: Gibt es noch genug Geschichten dazu?

00:17:48: Aber da kommen wir ja sicherlich noch weiter mit rein.

00:17:52: Sie selber bezeichnete sich auch als aggressiv, dynamisch und fies.

00:17:57: Und ich glaube, das musste sie auch sein, damit sie besteht.

00:18:00: Exakt.

00:18:00: Ich glaube, es gibt Zeitungsberichte von ihrem ersten Auftritt.

00:18:07: Und auch Zeugen, die darüber im Film erzählen, was da reingeschrien worden ist, das willst du hier in unserem besinnlichen Podcast vor Weihnachten gar nicht wiederholen.

00:18:19: Also dagegen sind die Beschimpfungen von Fußballspielern in der Bundesliga fast harmlos.

00:18:25: Aber du sagst es, sie hat ihren eigenen Spielstil als aggressiv, dynamisch und fies bezeichnet.

00:18:34: könnt ihr euch in den shownutz dann auch angucken?

00:18:35: wir haben ein paar links mit rein gepackt wo immer seht wie die spielt wenn ihr zuguckst wie sie spielt.

00:18:40: sie ist wirklich sehr aggressiv wieder ins netz gegangen viel wolles gespielt und gemerkt.

00:18:46: sie war immer im attack mode so und das hat sie verfeinert in ihren leerjahren zwischen fünfzig und sechs und fünfzig.

00:18:56: und dann kamen ihre goldenen jahre im tennis in dem sie unfassbar erfolgreich gewesen ist.

00:19:02: Sie ist wirklich in die Weltspitze aufgestiegen.

00:19:04: In den letzten sechs Jahren hat sie ihren ersten Grand Slam-Seek erzielt, sehr die French Open gewonnen.

00:19:11: Damit ist sie die erste schwarze Athletin, die einen der vier großen Grand Slam-Titel im Tennis gewinnen konnte.

00:19:16: Im Doppel gewann sie auch in Paris, und zwar mit ihrer Partnerin Angela Buxton aus England, die, nicht lustigerweise, sondern bezeichnenderweise, Jüdin war.

00:19:31: Und die ist in Paris angekommen und sagte, fragte ihre Kolleginnen aus England, ob irgendeine mit ihr doppelt spielen will.

00:19:40: Und keine wollte mit ihr spielen, weil sie nämlich in England mit starken Vorteilen gegen Jüdin zu tun hatte.

00:19:46: Die hatten alle keine Lust mit ihr zu spielen.

00:19:48: Und deswegen haben sich sozusagen die beiden Misfits, die farbige Alphia Gibson und die Jüdin Angela Buxton zusammengetan und sind dann sehr, sehr erfolgreich in den folgenden Jahren als U-Gewesen.

00:19:59: Bagston war bei der Denkmalzentüllung aus der Eingangsgeschichte auch dabei und hat damals gesagt, sie wäre für Alphia Gibson etwa das gewesen, was P.B.

00:20:09: Rees für Jackie Robinson gewesen ist.

00:20:12: Das nur für die höhere.

00:20:13: Jackie Robinson ist ein Baseball-Spieler, der erste Schwarze, der in der obersten Liga gespielt hat, in etwa zu derselben Zeit hat bei den Brooklyn Dodgers gespielt und der hat auch unter massivsten Fan-Anfeindungen zu kämpfen gehabt.

00:20:27: Und P.V.

00:20:28: Rees war sein Mitspieler, der ohne irgendetwas zu sagen mitten im Spiel einfach zu Jackie Robinson ging und ihn umarmte.

00:20:36: Und damit sagte er, er ist einer von uns, er ist einer aus dieser Mannschaft, wenn er ihn aus Pfeif der uns aus.

00:20:42: Und ähnlich war das mit Angela Buxton, aber es brauchte jemand, der in seiner Community auch nicht ankam, um für Alphia Gibson, um... Anteilnahme und entsprechende Sympathie zu werben.

00:20:54: Sie hat, dann kamen, da war wirklich Alfea Gibson's Jahr.

00:20:59: Sie hat das Einzelfinal in Wimbledon gewonnen, damit wurde sie logischerweise die erste Schwarze Wimbledon-Siegerin.

00:21:04: Die junge Königin Elisabeth II.

00:21:06: hat ihr persönlich die Trophäe übergeben.

00:21:08: Und sie hat später gesagt, länger als von der hunderthunderdreinvierzigsten Straße in Harlem zum Centercourt in Wimbledon kann eine Reise nicht sein.

00:21:16: Und sie hat mich sehr weit weggeführt, vom rassengetrennten Sitzen im Bus.

00:21:20: Das war übrigens erst zwei Jahre vorher überhaupt abgeschafft worden.

00:21:24: Und dieses Finale war sechs Jahre vor dem berühmten Marsch nach Washington mit der berühmten Rede von Martin Luther King.

00:21:30: Also wenn du dir vorstellst, das ist irrsinnig früh gewesen.

00:21:35: Wahnsinn, ne?

00:21:36: Er hat im selben Jahr, sieben und fünfzig, dann auch die US Open gewonnen und ist zur Nummer eins der Welt, zur Weltringlisten Erste geworden.

00:21:44: Das war elf Jahre, bevor Arthur Esteeus oben gewonnen hat.

00:21:48: Dreiunddreißig Jahre, bevor die nächste Schwarze in ein Grand Slam-Finale einzog, nämlich Sina Garrison.

00:21:54: Und nochmal neun Jahre länger hat es gedauert, bis Vines Williams ihren ersten Grand Slam-Sieg gelandet hat.

00:21:59: Und das war die nächste nach Alfia Gibson.

00:22:03: Sie hat in New York tatsächlich so eine Ticker Parade bekommen, also dieses, wo die dann mit dem offenen Wagen die Straße entlang gefahren werden und diese Papierschnipsel überall aus den Fenstern regnen, persönlichen Brief von Präsident Eisenhower.

00:22:30: elf Grand Slam Titeln, fünf im Einzel und sechs im Doppel und Mixed beendet.

00:22:37: Obwohl sie in dem Jahr bei Sports Illustrated auf dem Cover war, Time Magazine war sie auf dem Cover, sie war siebenundfünfzig und achtenfünfzig Sportlerin des Jahres, der Associated Press, und sie war weit entfernt davon gesundheitlich in einem Zustand zusammen, wo du sagst, ja, die ist verletzt, die wird nicht mehr spielen können.

00:22:55: Im Gegenteil, sie war eigentlich auf dem Höhepunkt und sie musste aufhören.

00:23:00: weil sie weit davon entfernt war, davon leben zu können.

00:23:02: Und das ist eine Sache, die man sich mal vorstellen muss.

00:23:04: Wir reden von ... von einer Frau, die elf Titel gewinnt.

00:23:09: Wenn heute ... ... eine schwarze Frau ... ... vielleicht gibt es ja eine, die wir uns erinnern.

00:23:15: Wir haben sicherlich später noch.

00:23:18: Die ... ... gewinnt ... ... hat die Hundert Millionen damit verdient.

00:23:29: musste aufhören, weil sie sich das alles schlichtweg nicht mehr leisten konnte.

00:23:33: Was sehr, sehr traurig ist, hat sich dann aber überall anders probiert.

00:23:36: Als Jazz-Singerin, hat dann Auftritt in der Ed-Sullivan Show gehabt, als Schauspielerin hat eine Rolle gespielt, natürlich in dem Western, der Klischeehaft besetzt war, aber während des amerikanischen Bürgerkriegs aber auch eine Sichtbarkeit.

00:23:49: Und man muss sich vorstellen, die war zu diesem Zeitpunkt eigentlich auf dem Höhepunkt, die ihre Karriere ist.

00:23:55: auf Tour gegangen, die Basketball-Show-Truppe, für die sie dann Show-Tennis gespielt hat.

00:24:00: Das ist auch, also das sind Dinge, wo du Geld verdienen kannst.

00:24:03: Und ist dann, und das muss man ja sagen, du hast es ja eben betont, die ist immer noch sportlich auf dem obersten Level gewesen, vielleicht ist Tennis dann irgendwann nicht mehr ganz zu werden und nicht mehr voll durch drin ist.

00:24:11: Golf geht immer.

00:24:13: Und dann wird sie halt die erste schwarze Spielerin auf der Ladies Professional Golf Tour.

00:24:18: Schafft es da auch, Erfolge zu feiern?

00:24:20: Es geht nicht ganz so weit, das größte Erfolg ist ein Geteiler zweiter Platz.

00:24:24: den sie noch mal einsammelt.

00:24:27: Und obwohl sie es nie gewonnen hat, das muss man sich auch immer bewusst machen.

00:24:32: Allein die Tatsache, dass sie da war, was sie gemacht hat.

00:24:35: Und wie sie zehn Jahre lang in der Golf-Szene unterwegs gewesen ist.

00:24:42: Alles dazu beigetragen, dass Gleichberechtigung ein Thema war.

00:24:46: Und trotzdem, das ist das Tragische an dieser ganzen Geschichte, so.

00:24:52: wird sie nie den Erfolg, vor allen Dingen auch nicht das, was sie eigentlich für ihre Rolle verdient hat bekommen.

00:24:58: Er ist Post um, ne?

00:24:59: Sie wird in die Hall of Fame aufgenommen, gerede dann, aber nachdem sie natürlich gefeiert wurde und nicht mehr sportlich aktiv war, irgendwann immer weiter in die Vergessenheit, sodass sie, in Armut und auch Einsamkeit scheinbar, so wie es ist zumindest dokumentiert, gestorben ist, was ein ziemlich trauriges Bild ist.

00:25:21: muss man ehrlicherweise sagen.

00:25:23: Obwohl sie es verdient hätte, damit Millionen zu verdienen und eine Ikone zu sein.

00:25:29: Und auch das ist das irgendwie Verrückte an der Situation am Anfang.

00:25:33: Dass es eine Enthüllung einer philischen Figur ist, ohne dass die meisten Leute überwissen, worum es geht.

00:25:41: Obwohl sie der Grund ist, warum es im Prinzip erst Arthur Ash so erfolgreich und vor allen Dingen auch noch Venus und Serena Williams gegeben hat.

00:25:49: Das ist alles schon ganz schön traurig.

00:25:52: Also wenn du dir überlegst, Angela Buxton, von der ich schon erzählt habe, startete in diesen letzten Jahren tatsächlich Spendenaufrufe für Alfea, damit die durchkommt.

00:26:04: Die waren trotzdem sehr erfolgreich, da ist eine ganze Menge Geld zusammengekommen, was ihr das dann sehr erleichtert habt, aber das war echt brutal.

00:26:10: Und nochmal ganz kurz zurück zu dem Film.

00:26:12: Ich meine, für Westernfans, der Film ist von John Ford als Direktor gedreht und in dem Film spielten John Wayne und William Hosen.

00:26:21: So, wenn wir uns jetzt drüber unterhalten, wir würden in Western besetzen, wir würden sagen, wir haben den Western mit den absoluten, damaligen Topstars der Männer, die da spielen.

00:26:29: Ist das so?

00:26:29: Und wir würden jetzt, na klar.

00:26:30: John Wayne, ja.

00:26:32: Und wenn wir ihn ganz weit vorne William holen, auch in John Ford war der Direktor für Western.

00:26:38: Und jetzt überleg dir mal, wenn das heute vergleichbar wäre.

00:26:40: Und wir würden jetzt die Vines Williams besetzen.

00:26:47: Für welche Rolle würden wir sie dort einsetzen?

00:26:49: Also wir würden uns doch wahrscheinlich irgendeine Ganslinger, so eine Revolver-Heldenrolle einfallen lassen, wo sie als Outlaw irgendwie dabei ist.

00:26:57: Alphia Gibson spielte im Ende der Fünfziger die Hausmarkt.

00:27:02: Also die komplette Klischebesetzung, wenn ich dir vorstelle, wir reden hier über die Nummer eins der Welt, die war damals noch die amtierende Weltrangliste, die erste im Tennis.

00:27:12: Und wird eben genauso besetzt.

00:27:14: Also es ist schon echt ein trauriges Ende einer unglaublichen Geschichte.

00:27:18: Und eine Geschichte, die dann Gott sei Dank doch Spuren hinterlassen hatte.

00:27:23: Denn, wie sagte Billie Jean King, bei dieser Büsteneröffnung bzw.

00:27:31: Enthüllung, ich habe mich dir immer nahe gefühlt.

00:27:35: Sechzig Jahre, nachdem die eine, Billie Jean King, von der Tribüne in LA die andere, Alphia Gibson, unten auf dem Platz stehend angehimmelt hat.

00:27:46: Also über sechzig Jahre, nachdem die eine unbewusst einen ganz besonderen Staffel starb, an die andere übergeben hat.

00:27:53: Und wir müssen an der Stelle mal ganz kurz zwischendurch betonen.

00:27:56: Das ist The Grudge, was wir hier machen.

00:27:59: Und diese lange Einleitung liegt ja daran, weil es im Prinzip, und das merkt ihr vielleicht, wenn ihr zuhört, kein Grudge ist zwischen zwei rivalisierenden Sport, denn es kommt nachher noch eine Rivalität.

00:28:09: Aber es geht ja um weit mehr, es geht hier um Menschenrechte.

00:28:15: Also, nur das um das mal ganz kurz zu erwähnen für euch, falls ihr da draußen euch fragt, warum reden wir eine zwanzig Minuten oder eine halbe Stunde über Athea Gibson?

00:28:23: Ja, das Spannende ist, genau wie du sagst, es geht um die Frage der Gleichberechtigung und den Kampf um Rassengerechtigkeit und Geschlechtergerechtigkeit.

00:28:34: Und das Spannende an dieser Geschichte ist ja auch, dass da jetzt gleich mit der Geschichte von Billie Jean King weitermachen und wir feststellen werden, dass beide Frauen sehr unterschiedlich auf ihre Ziele hingekämpft haben.

00:28:46: Alphia Gibson, der Zeitgeschuld, in der das echt problematisch gewesen wäre, hat ja nie richtig offensichtlichen Aktivismus für diese Ziele betrieben.

00:29:00: Sie ist nicht auf irgendwelchen Märchen dabei gewesen oder ähnliches und sie hat dazu auch immer ganz offiziell Stellung genommen.

00:29:06: gesagt, ich lasse meinen Schläger sprechen.

00:29:09: Ich lasse meine sportliche Leistung sprechen.

00:29:11: Meine sportliche Leistung wird mir den Platz erkämpfen und wird den Farbigen den Platz erkämpfen, der ihnen zusteht.

00:29:20: Wohingegen, und da fangen wir jetzt mit an, bei Billie Jean King doch eine ganze Menge Aktivismus dabei war, die hat ja mit ganz anderen Mitteln dann für die gleichen Ziele gekämpft.

00:29:32: Obwohl es bei der Eigentlich ganz normal angefangen hat.

00:29:38: Billy Jean King ist aus der Kirche, ist aus der Kirche, ist aus der Kirche, ist aus der Kirche, ist aus der Kirche, ist aus der Kirche, ist aus der Kirche, ist aus der Kirche, Sportlich hat Basketball gespielt und er hat seine Tochter immer genauso behandelt wie sein Sohn und hat sie beide auch entsprechend mit sportlichem Ehrgeiz ausgestattet und hat ihn auch immer klar gemacht, wie in einem sportlichen Wettkampf, dass man seinen Gegner nicht unterschätzt.

00:30:11: Die Mutter war Hausfrau, hat Tuberpartys gemacht und war eine ausgezeichnete Schwimmerin, also es muss ein sehr sportlicher Haushalt gewesen sein.

00:30:18: Und der jüngere Bruder von Billie Jean, Randy, Randy Moffitt, der hat sogar eine erfolgreiche Sportlerlaufbahn eingeschlagen.

00:30:27: in der Majorleague Baseball für die Giants, die Astros und die Blue Jays, für mich aber konservativ, durchaus religiös geprägt.

00:30:37: Und Billy Jeans King, Billy Jeans erste große sportliche Liebe war Softball eigentlich.

00:30:43: Da hat sie in einem lokalen Team auch brilliert und wollte Profi werden, hat dann aber bei einem Besuch eines Majorleagues Spiels schnell festgestellt, dass es überhaupt keine Frauenteams gab auf dem Niveau.

00:30:53: Und das war halt so der Moment, wo sie gesagt hat, Boah, das ist ja voll ungerecht, da habe ich ja null Bock drauf und dann muss ich mir was anderes überlegen.

00:31:01: Also hat sie im Alter von elf Jahren Tennis für sich entdeckt.

00:31:05: Die Eltern fanden das sowieso ein damenhafterer Sport, pass er eher besser zu ihr.

00:31:09: Also hat sie angefangen mit Tennis zu spielen.

00:31:13: Allerdings, wie gesagt, nicht wohlhabend.

00:31:17: Schicke Country Clubs kam für die Familie Boffit eher nicht in Frage.

00:31:20: Stattdessen hat sie auf den öffentlichen Plätzen in Long Beach das Tennis spielen gelernt, hat sich das Geld für ihren ersten Schläger durch kleinen Nebenjobs verdient, ist also nicht irgendwie gepämpert das Kind aus gutem Hause, sondern hat High School ganz normal besucht.

00:31:38: war dann auch an der California State University, die hat sie allerdings ohne Abschluss entsprechend verlassen.

00:31:43: Und jetzt kommt, und das ist so ganz lustig, so einer dieser Full Circle Geschichten in dieser Geschichte, mit sechzehn bekommt sie nämlich Unterricht vom ehemaligen US-Champion Alice Marble.

00:31:53: Das ist die Alice Marble, die du gerade erwähnt hast, die neunzehntfünfzig mit einem Artikel dafür gesorgt hat, dass Alphia Gibson bei den US Open antreten kann.

00:32:04: So, also das heißt... Da merkst du schon, diese beiden Leben sind irgendwie ganz eng miteinander verwoben.

00:32:09: Und schon als junges Mädchen gibt es Äußerungen von ihr bzw.

00:32:13: ein Statement, wo sie sagt, ich werde mal die Nummer eins der Welt werden.

00:32:16: Das heißt, die war schon sehr zielstrebig und klar in der Birne, was sie mal erreichen will und wie sie abliefern will.

00:32:24: Ich find ganz interessant, wenn man sowas liest und solche Biografien durchguckt, es ist alles vorgezeichnet dafür, dass... dass du einmal Großes schaffst.

00:32:33: Ob der Bruder das schon gesehen hat oder die Mama oder so, das ist eigentlich ganz spannend.

00:32:37: Das, was die im Trophäenschrank gestehen haben werden, ist ja schon ordentlich.

00:32:42: Das muss man sich mal vor Augen führen.

00:32:44: Am Ende ist Billie Jean King eine der wenigen Spielerinnen, die im Einzel alle vier Grand Slam Toniere gewonnen hat.

00:32:50: Also Wimbledon, US Open, French Open, Australian Open in anderer Reihenfolge.

00:32:54: Sechsmal Wimbledon gewonnen im Zeitraum von zehn Jahren.

00:32:58: Die US Open gewonnen, French Open einmal, Australian Open einmal dazu.

00:33:03: Und das ist ganz interessant.

00:33:05: Kleine Randnotiz, was man in der Vergangenheit, glaube ich, auch noch stärker gemerkt hat.

00:33:08: Es gab ja auch immer Doppel und Mixed.

00:33:12: Und es gab ja dann auch für Spielerinnen, da der ja noch nicht so viel Geld zu verdienen war, dadurch weitere Möglichkeiten, Geld zu verdienen.

00:33:20: Also hat sie auch sechzehn Doppel gewonnen.

00:33:23: Zehn davon alleine Wimbledon, elfmal Mixed gewonnen.

00:33:25: Also die hat Titel, Titel, Titel abgesandt.

00:33:28: Insgesamt neununddreißig Grand Slam-Titel.

00:33:31: Neununddreißig Grand Slam.

00:33:34: Titel.

00:33:35: Und was aber zu ihrer Geschichte auch gehört, dass sie eine Preisgeld-Pionierin war, weil sie es nämlich als erste Spielerin geschafft hat im Jahr neun und siebzig.

00:33:41: Mal über hunderttausend Euro in einer Saison.

00:33:46: nicht in einer Runde, in einer Saison zu verdienen, um die Verhältnismissigkeiten hier nochmal wieder ein kleines bisschen klar zu machen, ne?

00:33:52: So, sie zog sich erst in den Tränen, aus den Einzeln Turnieren, auch mit einem Sieg, ne?

00:33:57: In Birmingham gelangen sie dann nochmal der letzte Turnier Sieg, damit es wie es heute auch die älteste Einzelsiegerin, die es gibt, auch mal eine Ansage, den Fat Cup hat sie sieben Mal gewonnen, der mittlerweile Billie Jean Cup gehört, heißt, sie ist mehrfach, ich glaube, insgesamt fünf oder sechs mal auf die eins wiedergegangen, von sechsundsechzig bis fünfundsebzig immer wieder, hat so Mozart und Wolley Tennis, glaube ich, auch damals die Szene schon ganz schön geprägt.

00:34:22: Und da sich die Tour achtundsechzig, das muss man auch machen, für Profis Öffnete, würde man ja eigentlich jetzt behaupten können, okay, ab achtundsechzig ist sie da, sie macht zehn Jahre mit, sie gewinnt Preisgelder, die muss doch wenigstens ausgesorgt haben, oder?

00:34:38: Ja, das war eben nicht so.

00:34:40: Ganz so gar nicht, denn wir befinden uns eben immer noch in einer ziemlich finsteren Zeitzone in Sachen Gleichberechtigung.

00:34:47: Billie Jean King gibt es eine lustige Anekdote, wie sie bei einem Turnier antritt und da wurden die Damen dann eingeladen zum Gruppenfoto vorab als Pressefoto.

00:34:57: und da ist Billie Jean King in Shorts aufgetaucht statt im Rock.

00:35:01: Dann hat man sie gebeten, doch bitte den anständigen Rock anzutehen, als sie sich geweige, dann haben sie sie vom Turnier aus geschlossen.

00:35:08: Aber... jetzt mal unabhängig von dieser Anekdote, nirgendwo wurde damals deutlicher, wie es um die Geschlechter-Gleichberechtigung stand als beim Thema Preisgeld.

00:35:17: Wenn du dir mal vorstellst, also bei vielen Turnieren, vor allem bei den Major-Events, erhielten die Frauen nur in Bruchteil dessen, was die männlichen Profis verdienten und neunzehntetzehntzig kündigte der Verband, der Tennisverband an, dass die Preisgelder für Frauen auch nochmal weiter gekürzt werden sollten, beziehungsweise, dass einige Events nur noch mit Männern gespielt werden.

00:35:38: Nun der mal so eine Größenordnung zu geben, bei der Pacific Southwest Open, ein traditionsreiches Turnier zur damaligen Zeit, betrug das Preisgeld für den Herrensieger, zwölftausendfünfhundert Dollar, während die Siegerin des Dammtuniers mal eben eintausendfünfhundert Dollar erhalten sollte.

00:35:54: Also wir reden hier von dem Zehntel.

00:35:57: Und das ist jetzt so genau dieser Moment, wo Alfia Gibson im Zweifelswalle gesagt hätte, ja, muss ich einfach noch besser spielen und irgendwann kriege ich das hin, ich kann aber nicht aktiv werden.

00:36:08: So war Billie Jean King eben nicht, die hat in dieser rebellischen Zeit der Achtundsechziger gesagt, so das werden wir jetzt auch auf den Tennisplatz hin kriegen und hat neun Spielerinnen bzw.

00:36:20: inklusive ihr neun Spieler zusammengebracht, die liefen dann unter dem Titel The Original Nine.

00:36:27: und diese neun haben beschlossen sich vom etablierten Tennis Establishment zu trennen und ihre eigene Turnierserie hinzustellen.

00:36:37: Das haben sie gemacht mit der Verlegerin und Promoterin Gladys Heldmann, das war die Herausgeberin des World Tennis Magazines, die ihrerseits dann einen großen Sponsor für diese Serie mitbrachte, nämlich Philipp Morris.

00:36:50: Und deswegen hieß diese ganze Turnierserie dann eben auch die Virginia Slims Series.

00:36:57: Und am XXV.

00:36:59: September, neunzehntelnehntsiebzig, haben dann diese neuen Rebellinen einen symbolischen Vertrag mit Gladys Heldmann unterzeichnet als ihrer Promoterin und der Promoterin dieser Serie und das Gehalt für die Unterschrift betrug jeweils nur einen symbolischen US-Dollar, aber plötzlich waren die Turniere eben sehr, sehr gut dotiert.

00:37:19: Die neuen Spielerinnen, ich würde mal vermuten, dass außer Billie Jean King die meisten Namen auch Tennis-Fans eher wenig sagen werden, aber es ist eine Menge Qualität dabei gewesen.

00:37:28: Rosie Quezelts, die wahrscheinlich noch bekannteste, die hat zwölf Mal Grand Slam Doppeltitel geholt.

00:37:33: Nancy Ritchie hat zweimal Grand Slam Einzeltitel geholt.

00:37:37: Und so geht die Liste runter.

00:37:38: Die neuen Spielerinnen waren alle sehr, sehr erfolgreiche.

00:37:43: Tennis Spielerinnen.

00:37:44: Sie sind aber unter anderem auch deswegen bekannt gewesen, weil sie als extrovertiertere Persönlichkeiten waren.

00:37:52: Und dieses ganze Ding wurde nun auch ziemlich inszeniert.

00:37:55: Also es gab eine feste Friseuse, die mit den Damen mitzog auf den Turnieren, damit bei den Pressefotos anständige Bilder entstehen und so was.

00:38:03: Also es ist super professionell gemacht worden.

00:38:07: Und es wurde spektakulär guter Sport gespielt.

00:38:10: In den ersten Jahren war es der erste offizielle, unabhängige und profitable Frauen-Tennis-Circuit.

00:38:22: Die amerikanische Verband reagierte, indem sie den Spielerinnen mit Suspendierung und Turnierausschluss drohte.

00:38:29: Aber ehrlichweise war der Erfolg der Virginia Slim Series nicht mehr aufzuhalten und die Damen spielten auch in der Zeit trotzdem die Grand Slam Turniere weiter.

00:38:36: Sie konnten nicht ausgeschlossen werden, das hätten die Fans auch nicht zugelassen.

00:38:40: Also insofern, damit hat Billie Jean King ganz eindeutig schon eine Menge durchgesetzt gehabt.

00:38:46: Und sie hat es aber sehr gut davon profitiert, weil wie du gerade gesagt hast, sie hat im ersten Jahr gleich mal sechsstellig von der Siegprämie abgegriffen.

00:38:56: Auf Basis des Virginia Slim Circuits.

00:39:00: ging es dann einen Schritt weiter.

00:39:02: Und das immer gegen das Establishment, immer gegen die Männer, die den entsprechenden Tennisverband in Amerika dominierten, hat man dann gesagt, wir machen das jetzt weltweit.

00:39:12: Das machen wir nicht nur in Amerika, weil Tennis eben zu einem weltweiten Sport und zu einem weltweiten Zirkus wurde.

00:39:20: Und dann gab es einen Treffen in London, wo Billie Jean King mit mehr als sechzig Spielerinnen in einem Hotel zusammentraf und die sich hingesetzt haben und dort ganz offiziell das gegründet haben, was wir heute unter WTA, the Women's Tennis Association kennen, was heute der Dachverband des Frauentennis ist, das haben die Spielerinnen damals gegen das Establishment gegründet, mit dramatischen Folgen und Konsequenzen, fast unmittelbar nach der Gründung.

00:39:50: Der WTA verbuchte die Organisation nämlich ihren ersten großen Sieg, die US Open.

00:39:55: Und Achtung, wir reden jetzt von Mitte der Siebzigerjahre, führten als erstes Grand Slam Turnier gleiche Preisgelder für Männer und Frauen ein.

00:40:02: WTA wurde dann ganz schnell die führende Organisation im Frauentennis, hat die ersten Fernsehverträge unterzeichnet, selbstständig.

00:40:16: Erste Weltrangliste, die berühmte Chris Evert Lloyd, beziehungsweise damals noch Chris Evert.

00:40:21: Und auch im Kampf um EqualPay war die WTA die WTA echt erfolgreich.

00:40:28: Zwar dauerte das insbesondere bei den Grand Slams, außer den US Open noch lange.

00:40:33: Man muss dir vorstellen, die U.S.

00:40:36: Open, zwei Tausend Sieben, sind dann die French Open und Wimbledon als Letzte nachgezogen.

00:40:41: Das hat schon ganz schön lange gedauert.

00:40:43: Aber sie sind eben konsequent dran geblieben und haben dafür gesorgt, dass auch die Frauen um gute Preisgelder spielen und das da zumindest deutlich mehr Fairness und Gleichberechtigung einzuhielt.

00:40:53: Allerdings muss man auch sagen, was sich so anhört wie so eine stramme, gradlinige Erfolgsgeschichte der WTA ist ehrlicherweise nicht ganz ohne Widerstand abgelaufen, zum Teil auch mit ganz schön viel, auch sehr populistischem Widerstand.

00:41:12: Männlichem Widerstand gegen so viel Gleichberechtigung.

00:41:17: Ja, ich glaube, man muss sich immer vor Augen führen.

00:41:19: Ich meine, das ist ja heute noch genauso wie damals, dass das am Ende nicht nur eine Person ist, sondern dass es strukturelle Widerstände gegeben hat, die sich wahrscheinlich in allem ausgeführt haben.

00:41:28: Verantwortliche in entscheidenden Positionen werden dagegen vorgegangen sein.

00:41:32: Jeder wird an irgendeiner Stelle eine Meinung dazu haben, warum es irgendwie nicht geht, dass irgendwelche Frauen hier mitspielen.

00:41:38: Es gab aber eine Person und die gehört nämlich zu der Geschichte, weil wir wollen hier irgendwo zu einem Grudge kommen, die das in Personen sehr deutlich und sehr provo... evokativ ausgeübt, der Bobby Ricks.

00:41:49: Ich weiß nicht, ob euch der Typ was sagt.

00:41:51: Muss er nicht unbedingt dann, also in der Geschichte davor ist, ne?

00:41:55: In den Neunzehn, achtzehn geboren, in Los Angeles, in den Neunzehn, fünfundneunzig, mal davon siebenundsebzig Jahren gestorben.

00:42:01: Das heißt vielleicht ein bisschen vor Eurer und außerhalb Eurer Geschichte.

00:42:04: Trotzdem sportlich relevant für das wir das hier machen, denn und ich kann euch an dieser Stelle ein Film empfehlen, den ich am Ende dir empfehlen werde, die ich mir eingefuckt habe.

00:42:13: der diese ganze Geschichte, die ich jetzt hier versuche, bisschen zusammenzufassen, auch hervorragend beschreibt.

00:42:18: Früher angefangen, Tennis zu spielen und dann in der sogenannten Open Era quasi seine Karriere auf einen Höhepunkt gebracht.

00:42:28: Ironie, die ehemalige weibliche Nummer drei der USA, Eleanor Tennant, hat ihm quasi Das Next Level Tennis beigebracht, was dazu geführt hat, dass er in der Lage war, großes Tennis zu spielen.

00:42:40: Sie war damals erfolgreich Tennis-Mielerinnen, dann war sie Person der Trainer und ist dann halt an Ricks Seite gegangen, weil sie das Talent gesehen hat und hat ihn gefördert.

00:42:50: Das hat dazu geführt, dass dieser junge Mann im blutigen Alter von einundzwanzig ist auf die weltdrehenesten Position eins geschafft hat, neununddreißig.

00:43:00: Rekorde gesetzt hat, die dann auch lange Bestand hatten.

00:43:04: Er hat zum Beispiel, ich hab das ja wohl ein kleines bisschen erzählt, neunzehn-dreißig in Rimbelten Herren Einzel, Herren Doppel und das Mixdoppel gewonnen.

00:43:12: Das heißt, er hat also richtig Geld verdient.

00:43:14: Musste er auch wohl, kommen nämlich gleich noch zu, ist als Amateur auch noch bei den US Open erfolgreich gewesen.

00:43:20: Als Profi hat der Titel gewonnen, dreimal die US Pro Championship gewonnen.

00:43:25: Alles in den vierziger Jahren wurde dann irgendwann in die Hall of Fame aufgenommen und dann ist so eine Karriere eigentlich durch.

00:43:32: Aber

00:43:33: das ganze Spiel, Tourniere spielen und möglichst viele Tourniere spielen, damit nicht viel Geld verdient, hängt ein bisschen damit zusammen, dass der sogenannte Korthassler offensichtlich eine Wettleidenschaft hatte, die ein bisschen ausrufert ist.

00:43:45: Denn der Kollege hat nach seiner Kehre weiter Geld verdienen müssen.

00:43:49: Also hat er ganz viele verschiedene Wege gesucht und gefunden, um Geld zu verdienen.

00:43:54: Mit irgendwelchen, also A, Wettschulden, aber dann auch B, dann diese Begleichen in Form von Trickspielen, hat er oft auf Seniorturms gespielt.

00:44:03: Überall hat er quasi mit irgendwelchen Tricks versucht, Wetten einzugehen, um damit Geld zu verdienen und ein bisschen sein Lebensunterhalt zu verdienen.

00:44:12: Er hat zum Beispiel in den Neunzeit-Dreien, siebt er auf seine Biografie.

00:44:15: Öhm, veröffentlicht die eben den Begriff Korte, den den Namen Korthastler hatte und das passt ganz gut zu diesem Typen.

00:44:24: Denn, er hat alles inszeniert.

00:44:26: In dem Moment, wo, also ich, ich kenne ihn nicht, ich gänne nur Geschichten, aber wenn ich mir das anhöre, also, ich weiß nicht, wie du das siehst, aber ich hab das Gefühl, so marketingtechnisch ein richtiger Fuchs gewesen, ne?

00:44:39: Der würde heute so eine ganz hart inszenierende PR-Agentur führen und da werde er es super erfolgreich.

00:44:46: Ja, so richtig laut.

00:44:48: So richtig laut, ne?

00:44:49: Noch mal richtig so, so diese AHA-Momente mit blutenden Brunnen in der Welt, einfach nur um eine Wette abzuschließen, ob die Brunnen noch bluten können.

00:44:58: Was auch immer.

00:44:59: Irgendwie ganz absurden Kram.

00:45:01: Hat auf jeden Fall viel von dir gemacht.

00:45:03: und dann kommen diese... Jahre in den siebzigern und die frauen kämpfen in ihre berechtigung und allen nummern dran.

00:45:10: und was macht?

00:45:12: der kollege bobby riggs schwingt sich neunzeitereinzig auf zum kämpfer für die überlegenheit des männlichen geschlechts.

00:45:20: ein titel also der und der und also müssen wir ein bisschen drüber reden ob er das war.

00:45:26: der der unsympathischer kann der titel nicht sein und ich bin mir halt nicht so sicher ob er den wirklich gewählt hat.

00:45:33: Weil er, also natürlich war wahrscheinlich so ein Schovischwein, aber wahrscheinlich auch, weil er gewusst hat, okay, das ist jetzt ein Feld, da kann ich arbeiten.

00:45:42: Der ist komplett freigedreht.

00:45:46: Der kannte plötzlich wirklich keine Freunde und keine Feinde mehr, sondern er hat nur noch Vollgas gegeben.

00:45:49: Und da hat dieses Schovischwein, das war von ihm selber sehr bewusst gewählt.

00:45:53: Aber weißt du, wenn du in die Öffentlichkeit gehst und sagst, Frauen gehören in die Küche und in Schlafzimmer und nicht auf den Tennisplatz, was willst du dir dann noch für ein Titel geben?

00:46:02: Der edle Ritter des Guten wird da nicht funktionieren.

00:46:05: Nee, und dementsprechend muss dann natürlich auch daraus was entstehen, wenn du Tennis-Spieler bist und du bist in fünfziger Jahren.

00:46:11: Was willst du noch machen?

00:46:12: Kannst Tennis spielen?

00:46:13: Also ruft er den Kampf der Geschlechter, The Battle of the Sexes heraus.

00:46:20: Und das ist der Grudge, um den es heute geht.

00:46:23: Denn er öffentlich damit prallt, auch mit fifty-fünf Jahren ist man noch besser als jede Top-Spielerin im Darm-Tennis.

00:46:28: Die mache alle lang, muss sich keine Gedanken machen.

00:46:31: Und sein eigenes Ziel dabei war natürlich Billie Jean King.

00:46:35: Denn die zu der damaligen Zeit schon Galleonsfigur war, die dafür sorgte, dass Frauen-Tennis ein anderes Licht hatte, was Ubertus eben gerade schon erzählt hat.

00:46:44: Aber die wollte nicht.

00:46:45: Die hatte keinen Bock.

00:46:47: Sie wollte es vermeiden.

00:46:49: Aber Ricks hat trotzdem sein Duell bekommen.

00:46:53: Aber dieses fand in der Mai-Szene in der Mai-Szene in der

00:47:02: Mai-Szene in der Mai-Szene in der Mai-Szene in der Mai-Szene.

00:47:07: Ja, genau.

00:47:08: Das Lustige ist, ich hab mir den Film dazu angeguckt und ich hab sie vor Augen und ich hab immer gedacht, das ist ein Martina Navratilova, aber es war Margaret Card.

00:47:17: Martina Navratilova war ein bisschen spiel.

00:47:19: Ich hatte eben die ganze Zeit Navratilova immer auf.

00:47:21: Auf jeden Fall trifft Margaret Card auf Riggs im ersten Battle of the Sexes.

00:47:28: Und es passiert genau das, was aus Frauenrechtlicher Sicht nicht passieren durfte.

00:47:33: Riggs gewinnt sechs zu zwei, sechs zu eins.

00:47:35: Das macht er sehr clever, spielt viele Lops, viele Storbs, lässt seine Gegnerin laufen, cleveres Defensivspiel.

00:47:41: Und er gewinnt dieses Spiel.

00:47:42: Das Ganze kriegt, wir leben in den USA hier gerade, und es geht um Titel und es geht um Schlagzeilen, auch noch einen ganz fiesen Namen, denn es ist das Muttertagsmasaka, was daran entsteht.

00:47:54: Und das ist natürlich das Schlimmste.

00:47:58: was passieren kann.

00:47:59: Wenn so ein Show wie Rick's über die Nummer eins der Welt der Frauen gewinnt, sorgt das natürlich dafür, dass er sagt, okay, dann kann ich auch bei den Frauenturnien mitspielen.

00:48:08: So, er hat Werbeclips darüber gedreht und folgte natürlich weiter in dieser Wunde bohren, dass das Frauenturnis keine Berechtigung hat.

00:48:20: Und das hat funktioniert.

00:48:22: Denn irgendwann ist Billie Jean King aufgetreten und hat gedacht, sie muss die Ehre des Frauen Tennis retten.

00:48:32: Genau.

00:48:32: Sie hat vorher nicht spielen wollen, weil ihr das zu klamaukig war, weil ihr sagt, das ist doch nicht ernsthaft.

00:48:41: Aber nachdem Margaret Court verloren hatte und dann eben alle sagten, ja klar, also wenn fünfzigjähriger die Nummer eins der Welt schlagen kann, dann hat er ja wohl offensichtlich einen Punkt.

00:48:50: Und das konnte Billie Jean King logischerweise nicht auf sich und nicht auf den Frauen im auf der Tennis-Tour sitzen lassen.

00:48:57: Damals, neunundzwanzig Jahre, wie liegt sie ein, dieses Match zu spielen?

00:49:03: Und sagt auch, wenn sie verliert, dann wirft das den Frauensport um fünfzig Jahre zurück.

00:49:09: Also das bekam vom ersten Moment an plötzlich so eine gigantische, larger-than-life-Bedeutung.

00:49:15: Das wurde also richtig zum Spektakel Battle of the Sexes.

00:49:20: Teil zwei, wenn du so willst, nach bzw.

00:49:22: eigentlich war das der eigentliche Battle of the Sexes nach dem Muttertagsmassaker.

00:49:26: Preisgeld von hunderttausend US-Dollar, was damals echt viel Geld war.

00:49:31: Bobby Riggs ließ keine Vorabverunglimpfung von Billie Jean King aus.

00:49:36: und ging da wirklich deutlich über jede Grenze hinweg.

00:49:39: Und zwar so sehr, dass sich seine Frau von ihm trennte und seine vier Kinder keinen Bock hatten, zum Spiel zu kommen und ihm dabei zuzugucken, weil ihnen der Alteherr extrem peinlich war.

00:49:48: Das Spiel wurde ausgetragen in Houston im September dreiundsiebzig.

00:49:53: Im Stadion haben es dreißigtausend Zuschauer gesehen und weltweit saßen und jetzt halte ich fest, neunzig Millionen Menschen vor den Fernsehgeräten und haben das ihr eigenes Live verfolgt.

00:50:05: Also das war ein mega Event.

00:50:07: Und dann kannst du dir vorstellen, die neunzig Millionen, das waren nicht neunzig Millionen Tennis Fans.

00:50:13: Sondern da waren viele dabei, die das angeguckt haben, weil es dieser Kampf der Geschlechter war.

00:50:20: Und für die Jüngeren unter euch?

00:50:22: für die ganz kurze Indiöme unter euch, neunzig Millionen weltweit an Fernsehgeräten heißt, dass nicht jeder ein Handy in der Hand hatte, sondern es waren wirklich Fernsehgeräte.

00:50:31: Da stand so ein Kackasten irgendwo im Wohnzimmer, auf denen die Leute geguckt haben.

00:50:36: Also das gibt nochmal eine andere Dimension von dem, was da los war.

00:50:40: Was war ein geschichtliches, epochales Event?

00:50:44: Wir haben auf YouTube das gesamte Spiel zum Gucken.

00:50:50: Die Qualität ist nicht ganz so riesig.

00:50:52: Aber einfach nur mal reinzugucken, um die Atmosphäre mitzukriegen, auch die Vorberichterstattung.

00:50:58: Da sind irgendwie Celebrities gefragt worden, die dazu ihre Meinung abgegeben haben und so was.

00:51:02: Und die ganze Diskussion war eine gesellschaftspolitische und viel weniger eine sportliche.

00:51:08: Und weißt du, kannst du dieses eine Bild von dem einen Moderator, der die Expertin im Arm hat und sie fragt, was sie von dem Spiel hat.

00:51:17: Diese Szene hat mich nicht in Ruhe gelassen, weil die ist sowohl im Film als auch in der Dokumentation, in den Originalbildern, dass so ein schmieriger... älterer her, so eine junge Tennesspielerin, also wirklich nicht nur als Schuld, sondern wirklich so tief im Arm habt.

00:51:34: Ihr müsst euch vorstellen, dass ihr wirklich sich so an sich ran drückt, während ihr das Mikrofon hinhaltet und sie fragt, sagt auch mal was, Mäuschen.

00:51:41: Also, da war der schon wie Nispros auf jeden Fall auch überall

00:51:45: vertreten.

00:51:45: Ja, und vor allem darfst du einzig vergessen, nach dem Spiel von Margaret Corb war die allgemeine Meinung schon eher... Na ja, dann wird Bobby Ricks vermutlich auch Billie Jean King schlagen.

00:51:57: Also die Männer lehnten sich ansatzweise zurück und dieses Patronising fing schon vor dem Spiel an.

00:52:05: Beide sind dann mit großem Showgedöns aufgetreten.

00:52:10: Billie Jean King ließ sich wie Cleopatra auf einer Senfte von muskulösen halbnackten Männern reintragen, sozusagen als Retourkutsche für Bobby Ricks.

00:52:18: Der fuhr in der KK ein und trug eine Trainingsärke auf der Stand Sugar Daddy.

00:52:22: Dann haben sie am Netz auch Geschenke ausgetauscht.

00:52:25: Riggs bekam ein Ferkel von Billie Jean King und er schenkte ihr einen überdimensionalen Lutscher mit der Aufschrift Sugar Daddy.

00:52:34: Also du siehst auf welchem Niveau das stattfand.

00:52:36: Das war wirklich schwer in der Rinde.

00:52:41: Allerdings ist da irgendwann Tennis gespielt worden und übrigens in diesem Fall war die Vereinbarung wir spielen nicht zwei, sondern wir spielen drei Gewinnsätze.

00:52:49: Und Billie Jean King hatte sie auf dieses Match richtig ernsthaft und hart vorbereitet.

00:52:55: Hatte sich Market Codes Fehler angeguckt und sich überlegt, wie sie Bobby Ricks Unorthodoxes Spiel brechen kann.

00:53:02: Der Superdiszipliniert gespielt, blieb zunächst meist an der Grundlinie und hat Bobby Ricks dazu gezwungen, unendlich zu laufen.

00:53:10: Und der Typ hat alles trainiert, nur nicht Konditionen.

00:53:13: Er hat seine Lops und seine Stoppbälle gespielt und Billie Jean King hat die einfach nur im Spiel gehalten und hat ihn von links nach rechts nach links nach rechts laufen lassen.

00:53:26: Und mit der Zeit ist Bobby Ricks immer müder geworden.

00:53:30: Seine Show wie Show, der Dominanz funktionierte nicht mehr.

00:53:34: Er machte immer mehr Fehler.

00:53:36: Und am Ende ist das Match ziemlich deutlich ausgegangen, nämlich es ist genau über drei Sätze gegangen und Billie Jean King gewinnt sechs zu vier, sechs zu drei und sechs zu drei.

00:53:47: Der Sieg ist sofort als ein Riesentrium für die Frauen in den Vereinigten Staaten und Weltfeite gefeiert worden, in den Föhnentons, in den Zeitungen und eben nicht nur, denn als Sport gesehen worden.

00:53:59: Es ist als, ja... als Entkräftung der sexistischen Bemerkungen und Behauptungen von Bobby Ricks gesehen worden und hat das Ansehen des Frauentennis massiv angehoben.

00:54:10: Es hat wesentlich zur Etablierung des Frauentennis als Spitzensport beigetragen und hat eben auch die Forderung nach gleichem Preis Geld für Frauen und Männer entsprechend Nachdruck verliehen.

00:54:21: Billie Jean King ist nicht zuletzt durch dieses Spiel zu einer absoluten Sport und auch gesellschaftspolitischen Ikone geworden und zur führenden Stimme für die soziale Gerechtigkeit im Sport.

00:54:32: Bobby Riggs blieb, das, was er vorher schon war, nämlich eine ziemlich umstrittene Figur und ehrlicherweise auch eine ziemlich traurige Figur.

00:54:40: Der allerdings nach der Niederlage King's Sieg neidlos anerkannte und bis zu seinem Tod im Jahr nineteen neunzig auch tatsächlich mit ihr befreundet blieb.

00:54:49: Zwei Jahre vor seinem Tod sind die beiden sogar noch mal gegeneinander angetreten in einem offiziellen Tennis Spiel.

00:54:53: Das hat wieder Billie Jean King gewonnen.

00:54:56: Insofern war das Duell weit mehr als nur ein Tennis Match.

00:55:00: Es war ein kulturelles politisches Ereignis, dass die Diskussion um die Gleichberechtigung der Geschlechter in der Öffentlichkeit massiv vorangetrieben hat.

00:55:09: Und ich glaube, das ist auch ehrlicherweise das Wichtigste an der ganzen Geschichte.

00:55:13: Man muss sich vor Augen führen, auf der einen Seite Billidien-King weiß, Frau kämpft für die Rechte in der Linie von Athia Gibson, will dafür sorgen, dass Gleichberechtigung und Tennis... und damit auch in der Gesellschaft akzeptiert wird und anders wahrgenommen wird.

00:55:31: Und Sport ist immer ein Vehikel dafür.

00:55:33: Und auf der anderen Seite ein Bobby Riggs, der ein absoluter Hallo-Driegewesen ist, sich schon sportlich auch positioniert hat, aber vor allem durch Wetten aufgefallen ist und dementsprechend bis zum Ende seines Lebens quasi immer schon wahrscheinlich als Sturr wie durchgegangen ist.

00:55:50: Aber das führte natürlich dazu, das ist ein bisschen Gerüchte rund.

00:55:57: um dieses event gegeben hat und auch der chronologisten pflicht gegenüber müssen wir das auf jeden fall hier alles verlauten.

00:56:06: und ich sage gleich mal vorweg egal was es ist ein sieg für den geschlechterkampf gewesen und das ist das was er.

00:56:16: wenn er über bleibt dann gab es nämlich leute die die der meinung waren ja Vielleicht stimmt das ja gar nicht, weil so gut wie er gegen Cork gespielt hat, so schlecht hat er gegen King gespielt.

00:56:26: Wie kann denn das sein?

00:56:28: Hat er das eventuell absichtlich gemacht?

00:56:30: Das war die Behauptung.

00:56:31: Hat er eventuell gegen sich selber gewettet, um von der Mafia organisiert, eine Niederlage in einen Wettgewinn umzuwandeln, damit er seine Schulden bezahlen kann?

00:56:46: Er selber hat bis heute, also bis zu seinem Tod, immer bestritten, dass es um Wettschulden ging.

00:56:53: Er hat immer gesagt, er hat einfach Billie Jean King unterschätzt und sie war einfach besser.

00:56:58: Billie Jean King hat es immer betont, das ist absolut lächerlich.

00:57:01: Sie hat selber auf dem Platz gemerkt, wie nervös er war.

00:57:05: Und ihre akribische Vorbereitung ist der Grund für den Sieg und nicht irgendwelche Wettschulden von Bobby Riggs.

00:57:10: In den letzten Jahren gibt es dann allerdings noch wieder einen von ISPN.

00:57:16: Ähm, vierzig Jahre nach dem Battle of the Sexes, noch wieder eine Dokumentation, in der, und jetzt halt ein bisschen lustig, so ein früherer Golflehrer gesagt, er habe in der Zeit dreiundsiebzig zwei Mafia-Bosse dabei belauscht, wie sie den Betrug geplant haben.

00:57:30: Ähm, weiß ich nicht, Digger.

00:57:34: Ich stell mir vor, steht so Mafia-Bosse mit so Hüten und so Signore.

00:57:39: Wie haben wir jetzt hier eine Planung?

00:57:41: Vielleicht stimmt's ja auch.

00:57:42: Vielleicht hat sich Bobby Riggs in irgendeiner Stelle einfach mit der Mafia sich verzockt und wollte Geld, musste Geld einholen.

00:57:48: Fuck it!

00:57:49: Für die Geschichtsbücher bleibt Billie Jean King und ich glaube fest daran auch sportlich verdiente Siegerin des Battle of the Sexes und hat damit einen riesen... Riesenimpakt und ein Riesenschritt für die Gleichberechtigung der Frauen in der Sportin, in der Gesellschaft gemacht.

00:58:09: Und das ist das, worum es geht.

00:58:10: Also fuck it, Mission erfüllt.

00:58:14: Der Damen-Tennis-Ruf ist hergestellt.

00:58:16: Es geht um die Gleichberechtigung, es geht immer weiter.

00:58:18: Billie Jean King feiert bis heute ja dafür auch ihre Lorbeeren.

00:58:22: Denn die hat nicht aufgehört, ne?

00:58:23: Also, gipsen ist irgendwann leise geworden.

00:58:26: Da gab es nichts mehr.

00:58:27: Vielleicht ist sie auch einfach müde oder kaputt gewesen oder die Zeit, in der sie war.

00:58:32: war eine andere, aber es war auch für sie in den Siebzigern im Prinzip zu Ende, Billingine King, ging immer weiter.

00:58:40: Ich glaube, das, wer das ja für ihn schon mal gesagt, das ist glaube ich der ganz, ganz wesentliche Unterschied.

00:58:47: Beide sind angetreten gegen ein Establishment.

00:58:51: Alphia Gibson gegen ein Establishment, gegen Frauen und in diesem Falle gegen Farbige.

00:58:59: Billie Jean King primär zunächst einmal beim Thema Frauen.

00:59:04: Später kommen wir noch zu einem anderen Thema.

00:59:08: Die eine, Althea Gibson, ist in der Zeit groß geworden, wo Aktivismus für Farbige so gefährlich war, dass sie gesagt hat, ich lasse meinen Schläger sprechen, ich lasse meinen Sport sprechen.

00:59:18: Wohingegen Billie Jean King ja bis heute auf dem Platz und danach neben dem Platz immer wieder für Gesellschaftspolitisch relevante Themen eingetreten ist.

00:59:30: Sie hat die Zeitschrift Bimmens Sport gegründet.

00:59:33: Sie hat eine Stiftung zur Unterstützung von Sportlerinnen gegründet.

00:59:36: Sie ist immer wieder in der ersten Reihe der feministischen Bewegung aufgetaucht, hat mit ihren Leitfiguren gemeinsam auf Events und Kongressen gestanden und hat ganz offensichtlich ihre Person auch in den Dienst der Sache gestellt.

00:59:52: Sie ist sicherlich nicht umsonst mit der Medal of Freedom der höchsten Auszeichnung, die Amerika verleihen kann, von Barack Obama ausgezeichnet worden.

01:00:01: Und das Live-Magazin wählte sie zu einer der hundert wichtigsten Personen des zwanzigsten Jahrhunderts.

01:00:07: Das wirst du auch nicht, indem du Spielsatz Sieg spielst, sondern da musst du schon ein bisschen mehr tun, damit so was passiert.

01:00:14: Aber sie hat eben auch in anderen Umständen und unter anderen Vorzeichen klare Signale gesetzten, klare Kante gezeigt.

01:00:25: Billy Jean King war verheiratet mit einem Typ namens Larry King, nicht verwandt, verschwägert oder gar derselbe wie der berühmte Talkmaster.

01:00:34: Das war eine Liebesheirat.

01:00:35: Billy Jean King hat allerdings später gesagt, ihr ist dann eben einige Jahre später aufgefallen, dass er sich doch eher zu Frauen hingezogen fühlt.

01:00:44: Seit Anfang der siebziger Jahre führt sie eine geheime Beziehung mit der zunächst Friseurin und dann späteren und ihrer späteren Sekretärin Marilyn Barnett.

01:00:56: Dazu muss man wissen, Marilyn Barnett war die offizielle Friseurin der Original Nine auf der Serie.

01:01:02: Die ist also sozusagen immer mit denen mit zu den zu den Turnieren gefahren und hat dann für gesorgt, dass die Damen nicht nur gut Tennis spielen, sondern dabei auch noch wirklich Tip Top aussehen.

01:01:10: Mit der hatte Billie Jean King wie gesagt ein Verhältnis.

01:01:14: Dann kam es zur Trennung.

01:01:17: Barnett hat Billie Jean King auf Unterhalt verklagt und hat ihr dann gedroht, die Beziehung öffentlich zu machen.

01:01:23: So, jetzt reden wir über Anfang der Achtziger.

01:01:26: Und das ist schon ganz schön cheesy, oder?

01:01:29: Und aus heutiger Sicht, also wenn du dir das Leben von Billie Jean King und wofür sie gekämpft hat, wofür sie eingesetzt hat, und jetzt kommt sie an den Punkt, das war zwei Jahre, sie war eigentlich da schon auf dem Wege, aus dem Tennis-Zirkus raus, wollte eigentlich ihre Karriere beenden.

01:01:47: In einer Zeit, in der das eben nicht selbstverständlich war zu sagen, ich bin homosexuell.

01:01:55: In dem das nicht normal war zu sagen, ich bin lesbisch.

01:02:00: Und die Tatsache, dass sie auf Unterhaltszahlungen verklagt und sagt, ich mach sonst die Beziehung öffentlich, führt eben bei Billie Jean King nicht zu dem, was man vielleicht erwarten könnte, dass man sagt, komm, wir einigen uns irgendwie im Hintergrund und jetzt bitte nicht so einen öffentlichen Quatsch daraus.

01:02:18: Stattdessen geht Billie Jean King ganz konsequent am ersten Mai in einer Pressekonferenz und autet sich als homosexuell.

01:02:27: Sie hat ihren Ehemann an ihrer Seite, sie geht den ersten Schritt und damit war sie die erste weltweit bekannte Sportlerin, die öffentlich aus eigenem Antrieb zu ihrer Homosexualität stand.

01:02:38: In diesem Jahr hatte übrigens auch Martina Navratilova ihr Coming Out, aber das war unfreiwillig.

01:02:44: Billie Jean King hat ihr Outing später als den schwersten Schritt in ihrem Leben bezeichnet.

01:02:50: Sie hat innerhalb von vierundzwanzig Stunden praktisch alle Sponsoren verloren, die sie damals hatte und hat.

01:02:55: aufgrund der Prozesskosten, die sie vorher und vor allen Dingen nachher dann mit Marilyn Barnett erzeugte, hat sie ihre Spielerkarriere nochmal um zwei Jahre verlängert, weil es nicht anders ging, weil sie nochmal richtig Geld verdienen musste.

01:03:09: Mittlerweile ist sie seit über vierzig Jahren in einer glücklichen Partnerschaft mit Ilana Kloss, einer ehemaligen Profitennis-Spielerin.

01:03:16: Sie haben im Jahr zwei Tausend Achtzehn, dann heimlich auch in einer privaten Zeremonie geheiratet.

01:03:21: Was Billie Jean King eben bis heute auch ... zu jemandem zu einer Menschenmacht und einer Person macht, die sich für die Gleichberechtigung der Geschlechter und die rechtete LGBTQ-Gemeinschaft einsetzt.

01:03:33: Sie ist als Sportfunktionärin weit über den Tenten-Sport hinaus eine der wichtigsten Stimmen für die Gleichberechtigung der Frauen im Sport geblieben, wird eigentlich zu all den Themen auch immer befragt und hat dazu sehr dezidierte und sehr, sehr klare Meinungen.

01:03:48: Und insofern bei ihr hat Der Grudge, also das auslösende große Event des Battle of the Sexes, war nicht der Höhepunkt, sondern das war nur ein weiterer Stein in einer langen Geschichte, in der ihr Grudge sich gegen Wertvorstellungen und Moralvorstellungen gerichtet hat und weniger gegen Bobby Riggs, mit dem sie am Ende tatsächlich befreundet waren.

01:04:16: Ich glaube, das macht diesen Grudge, den wir hier heute hatten, auch so besonders.

01:04:20: Denn es geht hier nicht um Sport-Rivalität Team A gegen Team B oder Sportlerinnen gegen Sportlerinnen oder Sportler gegen Sportler.

01:04:31: Die Basis ist, wie du es eben beschrieben hast, Bobby Riggs gegen Billie Jean King.

01:04:35: Aber es geht eigentlich, und das geht bei der Thea Gipsenlos, in einem Grudge gegen Idioten, die da draußen in der Meinung sind, dass Frauen nicht die gleichen Rechte haben wie Männer.

01:04:48: Und der Sport war das Vehikel.

01:04:50: Und ich glaube, man muss an der Stelle auch immer betonen, dass hier zwei alte und halb alte weiße Männer darüber reden.

01:04:57: Das ist natürlich auch nur aus Respekt vor dieser Geschichte.

01:05:00: Und weil wir dieses Format nochmal gestartet haben.

01:05:03: Aber auch mit vollem Verständnis dafür, dass wir nicht darüber urteilen können, wie sich die Menschen gefühlt haben.

01:05:08: Wenn man, wenn man darauf guckt und wenn man sich die Geschichte anguckt, wenn ihr ein bisschen tiefer geht, was ihr alle da draußen machen könnt, wir haben auch wieder Show Notes, da könnt ihr euch ein bisschen was anschauen.

01:05:17: Das sind krasse Geschichten in krassen Zeiten, ohne die es wahrscheinlich heute viele Dinge nicht gegeben hätte, wie sie sind.

01:05:26: Und du hast so ein schönes Zitat aufgeschrieben, das ich aber dir geben möchte.

01:05:32: Du hast eigentlich gesagt, das gehört mir in deinem Part, aber möchte ich gar nicht, weil es so schön ist.

01:05:35: Aber du hast es ausgesucht.

01:05:37: Denn ich bin kein Freund von Philosophen, aber du offensichtlich.

01:05:42: Ja, ich finde, das ist auch so ein bisschen der Tatsache schuldet, dass ich mich jetzt langsam anfange, weihnachtlich zu fühlen und etwas milde werde.

01:05:52: Victor Hugo hat ein wunderschönes Zitat hinterlassen, nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

01:06:02: Und die beiden Heldinnen, über die wir heute ein bisschen versucht haben zu erzählen, die haben in den letzten fünf sich an auf unterschiedliche Art maßgeblich dazu beigetragen, dass die Zeit für die Idee der Gleichberechtigung von Menschen unterschiedlicher Rasse oder unterschiedlichen Geschlechts gekommen ist.

01:06:18: Dafür haben sie als Sportler gekämpft und sie haben als Menschen gekämpft.

01:06:22: Und das war für uns Anlass genug, uns diese beiden Frauen ein bisschen genauer anzugucken, ihre Geschichte anzugucken.

01:06:32: Und es ist zumindest in mir so gegangen, dass da so viele parallelen waren und so viele Full Circle Moments zwischen den beiden stattgefunden haben, ohne dass die das zum Teil auch gemerkt haben.

01:06:45: Die gehören schon sehr stark zusammen.

01:06:48: Die eine hat den Weg für die andere ein Stück weit mitgeebnet und sie haben in ihrer Zeit wirklich sehr, sehr viel erreicht.

01:06:57: Und das Schöne ist, sie haben vor allen Dingen eines gemacht, in einer Welt, in der sicherlich noch nicht alles erreicht ist auf dem Weg der Gleichberechtigung von Männern und Frauen im Sport, haben die beiden gezeigt, wie man vielleicht auch die letzten Meilen an der einen oder anderen Stelle gehen kann, nämlich zum einen mit Konsequenz, mit sportlicher Brillanz, mit Intelligenz und einer ordentlichen Prise Humor, denn das hatten sie beide.

01:07:32: Und das, finde ich, ist zum einen eine schöne Botschaft zu Weihnachten und zum anderen ist es auch eine schöne Botschaft an dich, lieber Nico.

01:07:39: Vielen Dank für den Beginn, den wir hier hingelegt haben mit unseren ersten fünf Episoden.

01:07:46: Konsequenz, sportliche Brillanz, Intelligenz und Prisehumor.

01:07:51: Lass uns das mal vornehmen bis nächstes Jahr.

01:07:54: Ende Januar sind wir wieder da.

01:07:57: Definitiv.

01:07:58: Es ist, muss ich an der Stelle auch immer wieder betonen, ein großes Dankeschön an Lichu Berthos für die redaktionale Arbeit, denn wir sprechen durch welche Grudges wir machen wollen und dann... Nördest du dich da rein?

01:08:11: Und dann sind es auf mich teilweise noch richtig spannende Dinge, die zum Vorschein kommen.

01:08:17: Hat hier dazu geführt, dass ich mir den Spielfilm Battle of the Sexes angeschaut habe.

01:08:21: In der weihnachtlichen Stimmung, mit der ich bin, war das eine richtig schöne Geschichte.

01:08:24: Das heißt, wenn ihr das gehört und ihr seid zwischen den Tagen, guckt euch diesen Film an, dann fühlt ihr noch ein kleines bisschen mehr, was dabei los gewesen ist.

01:08:34: Du hast es schon richtig gesagt, auch wenn wir schon die Gesellschaft, die recht weit sind, gibt es immer noch zu viele Diskussionen um Dinge, die absolut keine Grundlage für Diskussion sein sollten.

01:08:44: Und da muss man sich einfach an solche Menschen erinnern.

01:08:46: Und an die Art und Weise, wie sie mit Sport das bekämpft haben.

01:08:50: Und das ist vielleicht auch der kleine Grund, warum wir The Grudge machen, weil es halt mehr ist als Sport.

01:08:54: Sonst ist es vielleicht noch ein bisschen marketing oder es ist mal ein kleines bisschen Show.

01:08:58: Hier ist das Gesellschaft.

01:09:00: Deswegen war es der richtige Grudge zum richtigen Zeitpunkt.

01:09:03: Wie auch schon Viktor Ego im Prinzip gesagt hat.

01:09:06: Danke Hubertus.

01:09:07: Ich wünsche dir ein paar schöne Tage.

01:09:10: Bunte Kugeln, Jingle Bells und wir sehen uns auf der anderen Seite wieder.

01:09:14: Okay.

01:09:15: Und dann sehen wir uns nächstes Jahr beim neuen The Grudge, im Januar.

01:09:19: Was da kommt, wollen wir schon erzählen?

01:09:23: Ja, doch können wir, glaube ich.

01:09:25: Ich meine, es liegt irgendwie so ein bisschen nahe, denn unmittelbar Anfang Februar fangen ja die olympischen Spiele an und wir haben uns da ein ganz olympisches Thema ausgesucht.

01:09:36: Ich sage mal so viel, es wird eisig werden.

01:09:41: Wir hören uns dann.

01:09:42: Das war der Gratsch.

01:09:43: Vielen Dank euch.

01:09:44: Vielen Dank, die Hubertus.

01:09:45: Wir hören uns im nächsten Jahr.

01:09:47: Bis dann.

01:09:47: Macht's gut.

01:09:48: Ciao.

01:09:48: Bis dann.

01:09:49: Ciao, ciao.

01:09:50: Einen kleinen Gruß haben wir für euch noch.

01:09:53: So ist es, denn wir haben euch ja erzählt, Alfia Gibson ist auch eine sehr erfolgreiche Jazzängerin gewesen.

01:09:59: und damit ihr uns das glaubt, schicken wir euch jetzt in die besinnlichen Tage zwischen die Jahre mit Jazz von Alfia

01:10:28: Gibson.

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